Erfahrungsberichte unserer Auslandsfreiwilligen

Mabuka buti!! Guten Morgen, wie geht’s?

06.10.2010, 10:00

Nun ist also am 26. August mein einjähriger Freiwilligendienst (Sozialer Dienst für Frieden und Versöhnung) mit einer Orientierungs-/Vorbereitungsphase gestartet. Diese Zeit verbringe ich noch mit Veronika und Meike, also den anderen beiden Freiwilligen des eine-welt-engagement e.V., meiner Entsendeorganisation. Anschließend leben wir in Familien an unterschiedlichen Orten.

Nachdem wir drei einige Zeit am Flughafen in Lusaka nach der Ankunft gewartet hatten, fuhren wir mit dem pick-up nach Monze, übermüdet vom Flug und völlig überwältigt von den vielen Eindrücken. 11 km von Monze entfernt liegt das Pastoralzentrum St. Kizito, unsere Unterkunft für die ersten 3 Wochen in Sambia. Hier ist es sehr ruhig und es gibt ca 20 kleine Häuschen mit je drei Zimmern, warmer Dusche und Toilette. In unserer ersten Woche lernten wir viel ueber Tonga, den Volksstamm aus der südlichen Provinz Sambias, deren Kultur und hatten Unterricht in der Sprache Tonga. In Sambia gibt es viele Stämme bzw. ethnische Gruppen mit ihrer jeweils eigenen Sprache und traditionellen Kultur. Amtssprache in Sambia ist Englisch.

Die Schwestern des Pastoralzentrums nahmen uns herzlich auf und mit ihnen gingen wir an unserem ersten Sonntag in die Tongamesse der benachbarten Gemeinde. Die Messe fand unter freiem Himmel statt, da so viele Gäste aus anderen Gemeinden gekommen waren. Nichts desto trotz waren wir 3 natürlich die einzigen Weissen unter so vielen Sambiern, die uns alle sehr interessiert beobachteten, vor allem die Kinder. Da die Messe in Tonga gehalten wurde, verstanden wir noch nichts bis auf “Guten Morgen” und “Danke”. Aber da sehr viel gesungen wurde, bekam ich trotzdem eine Gänsehaut. Darauf hatte ich mich gefreut: Der mehrstimmige Frauenchor mit traditionellen Instrumenten, der von der Gemeinde mit schmetterndem Gesang erwidert wird. Dazu tanzte eine Gruppe von Maedchen. Nach 2 Stunden wurden Meike, Veronika und ich der Gemeinde vorgestellt.

Nach einer Woche hieß es dann packen für sechs tage, den es gab noch einiges, was von unserer Mentorin Sr. Chrisencia vorbereitet worden war.

Chikuni

Zunächst einmal ging es für ein paar Nächte nach Chikuni, wo wir in einem Konvent untergebracht worden waren. Von Sr. Chrisencia lernten wir typisch sambisches Essen zu kochen und mit den Fingern zu essen. Dazu gehört vor allem Nshima, das ist vergleichbar mit Griesbrei. Allerdings wird Nshima aus Maismehl ohne Ei nur mit Wasser zubereitet. Es ist ganz weiss, wesentlich geschmacksneutraler und fester als Griesbrei. Mir schmeckt es mittlerweile echt gut, denn es wird mit verschiedenem gekochten Gemüse und Hühnchen gegessen.

Außerdem war in Chikuni ein Musikfestival mit ausschließlich Tongamusik, welches wir besuchten. Die Auftritte gefielen uns sehr gut, allerdings schien uns die Sonne etwas zu stark auf den Kopf. Wir druften den atemberaubenden Hüftschwung der Tänzer bewundern, den auch die kleinsten Kinder schon drauf hatten. Uns wurde schon von mehreren Seiten gesagt: “Wenn du wieder nach Hause gehst, kannst du deine Hüften auch so schwingen.” Das wird sich zeigen…

Vom 6ten Bis 7ten September war unsere “village-experience”. Das bedeutet, wir haben alle in getrennten Dörfern übernachtet. Unter wirklichen Dörfern muss man sich kleine Grüppchen von Grasdachhütten vorstellen, ohne Strom und fließend Wasser. Diese Erfahrung hat mir sehr gefallen, denn ich durfte ganz viel mit anpacken. Mais stampfen, Erdnüsse aus dem Garten knacken und mit einem großen Holzstampfer zerkleinern. Sowieso sind kleine Dörfchen wie dieses fast absolute Selbstversorger und nahezu alles stammt aus eigenem Anbau aus dem Garten. Schweine, Ziegen, Hühner und Kühe gehören auch dazu. Diese laufen hier übrigens überall frei herum, sodass es gut sein kann, wenn man mit dem Pick-up auf der Hauptstrasse unterwegs ist, dass man komplett abbremsen muss, weil sich gerade eine große Gruppe von Ziegen überlegt hat, die Seite zu wechseln.
Die Kommunikation mit meiner Gastgroßmutter (baneene) war zunächst etwas schwierig, den sie konnte nur ein paar Wörter Englisch. Also packte ich mein bisher gelerntes Tonga aus, um mich dann letztendlich doch mit Händen und Füssen zu verständigen.

St. Kizito

Nun sind wir noch ein paar Tage für die letzten Vorbereitungen in St. Kizito geblieben und ab dem 14. September bin ich in meiner Gastfamilie in dem 160 km südlich von Monze entfernten Maamba. Alle, die ich bisher getroffen habe, scheinen noch nie in Maamba gewesen zu sein, sind sich aber ganz sicher “It’s very hot!”. Gut zu wissen, wenn sie die 27 Grad hier als kalten Winter bezeichnen…

Meine Gastfamilie hat zwei Söhne ungefähr in meinem Alter und zwei Zwillingsschwestern, die ungefähr 12 oder 13 Jahre alt sind. Ich freue mich sehr darauf, sie kennen zu lernen und dann meine alltägliche Arbeit in der Schule für Kinder mit Behinderung aufzunehmen. Mit dem Priester vor Ort wird dann besprochen, was meine 2. Einsatzstelle sein wird.

Junia Heidenfels

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