Erfahrungsberichte unserer Auslandsfreiwilligen

Erster Bericht von Yannik

30.11.2013, 09:28

Umweltschutzprojekt in Bogota, Kolumbien

Meine erste Zeit in Kolumbien

Seit 3 Monaten bin ich in Kolumbien und es ist Zeit für meinen ersten Bericht über meinen Freiwilligendienst.
Ich habe Vieles erlebt und möchte euch einen Einblick in mein Leben hier in Bogotá geben.

Die Reise beginnt

Am 7. August startete meine Reise in das weit entfernte Kolumbien. Nach dem 10 stündigen Flug kamen Marjam,
Konni (beide Freiwillige des BDKJ Aachen) und ich schließlich in Kolumbien an. Und schon am Flughafen
trennten sich unsere Wege.

Die ersten Eindrücke

Bogotá ist eine Stadt der Superlative. Die Stadt hat mit ihren 8,4 Millionen Einwohnern eine gigantische Größe
erreicht. Die Innenstadt ist durch die vielen Autos und Menschen von Lärm geprägt und täglich einem Verkehrskollaps nahe. Allerdings zeichnet sich die Andenstadt zu Füßen der Berge Montserrate und Guadalupe durch eine vielseitige, multikulturelle Gastronomie, einem faszinierenden, historischen Zentrum mit zahlreichen Sehenswürdigkeiten und eine herzliche Gastfreundschaft aus!
In den ersten Tagen wurde ich immer begleitet und betreut. Mir wurden viele Freunde vorgestellt und die wichtigsten Orte, einige Einkaufsplätze und zahlreiche Viertel Bogotás gezeigt und natürlich das Transmilenio-System erklärt. So vergingen die ersten Tage wie im Flug.

Der erste Monat

Mit der Unterstützung des Sprachkurses wurde mein Spanisch von Tag zu Tag besser. Meine Sprachlehrerin
brachte mir allerdings nicht nur Spanisch bei, sondern ging mit mir Einkaufen, erklärte mir das Straßensystem
und half mir bei der Wohnungssuche. Während des ersten Monats wurde ich allerdings auch schon zu verschiedenen Aktionen des Movimiento por la Vida mitgenommen und ich lernte verschiedene
Gruppen kennen.
Leider habe ich in den ersten Wochen auch feststellen müssen, dass Bogotá eine Stadt voller Gegensätze ist. Bogotá ist eine zweigeteilte Stadt in der Reichtum und Armut nah aneinander existieren und durch eine „unsichtbare“ Grenze voneinander getrennt sind.

Meine Arbeit im Movimiento beginnt

Nach 6 Wochen endete mein Sprachunterricht. Beim wöchentlichen Treffen der Mitarbeiter erstellten wir gemeinsam einen Wochenplan. Jeden Tag begleitete ich einen Mitarbeiter von Movimiento por la Vida und konnte so die vielseitige Arbeit meiner Organisation noch besser kennenlernen.
Da Manuel, der Sohn von Nelly, im „secretaria de ambiente“ arbeitet, bot er mir an, einen Tag in der Woche mit ihm im „Humedal Santa Maria del Lago“, einem geschützten
Feuchtgebiet in Bogotá, mitzuarbeiten. Ich nahm die Einladung gerne an. Zusammen mit einem Mitarbeiter der
Umwelt-Schule zeige ich nun Kinder- und Jugendgruppen das Feuchtgebiet und arbeite mit ihnen zu verschiedenen
ökologischen Themen. Da immer andere Gruppen das Humedal besuchen und die Themen variieren, ist meine
Arbeit dort sehr vielseitig und macht mir daher viel Spaß.

Friedenskongress in Cali

Ein Höhepunkt während meiner ersten Zeit in Kolumbien war die Einladung zu dem Friedenskongress der REDUNIPAZ in Cali. Bereits drei Tage nach der kurzfristigen Einladung reistenNelly und ich mit dem Flugzeug Richtung Cali. Im
Zentrum des Kongresses standen die bewaffneten Konflikte in Kolumbien. Es gab viele Diskussionsrunden, Vorträge und sogar ein Skype-Gespräch mit der Friedensdelegation der FARC-EP aus Kuba, wo
die Friedensgespräche zwischen Guerilla und Regierung stattfinden. Da die Konflikte und deren Auswirkungen in Bogotá fern sind, war es sehr interessant mit Betroffenen der Auseinandersetzungen zu sprechen und viele
Informationen zu erhalten.

Die letzten Wochen

In den letzten beiden Wochen habe ich angefangen, Unterricht in Deutsch zu geben und für nächste Woche ist die erste Englischstunde geplant. Da es häufiger in den letzten Wochen zu Problemen mit den Computern im Büro gekommen ist, habe ich mich diesen zugewendet und die Computer überholt. Nachdem ich Sofia und Nelly einige Male geholfen habe, die Computer- und Internetprobleme zu lösen, wurde ich jetzt zum „Computer- und
Internetexperten“ ernannt.
Alles in allem kann ich sagen, dass meine Arbeit sehr vielseitig ist und ich meine Interessen gut einbringen konnte. Für die Zukunft hoffe ich, noch mehr Möglichkeiten zu finden, wo ich mich mit einbringen kann.

Mein Fazit

Durch die gute Betreuung habe ich mich sehr schnell eingelebt und durch viele Kontakte die Sprache noch schneller erlernt. Ich habe viele wertvolle, positive Eindrücke und Erfahrungen gesammelt, die ich nicht mehr missen möchte. In meinem ersten Bericht darf natürlich nicht fehlen, dass ich die immer vorhandene Unterstützung meiner Familie und der KjG Aachen, meiner Entsendeorganisation, gesondert erwähne. Vielen Dank für eure Unterstützung!
Ich hoffe, ihr konntet einen Einblick in meine ersten Monate in Kolumbien gewinnen. Wenn ihr mehr über meinen
Sozialen Dienst für Frieden und Versöhnung in Bogotá erfahren möchtet, könnt ihr einfach auf meinem Blog vorbeischauen: www.sdfv13.tumblr.com
Für die Zukunft hoffe ich, noch mehr Erfahrungen sammeln zu können und bin gespannt, welche Abenteuer mich in der nächsten Zeit noch erwarten werden.
Alles Gute aus der Metropole Bogotá,
euer Yannik

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