Erfahrungsberichte unserer Auslandsfreiwilligen

Angekommen in Sambia

10.11.2010, 10:00

Nun bin nach der Vorbereitungszeit endlich in meinem neuen Zuhause angekommen.

Maamba ist ein kleiner Ort mit ungefähr 8-10 Tausend Einwohnern, den Umkreis mit eingerechnet. Maamba unterscheidet sich wirklich in vielerlei Hinsicht von den anderen Orten, die ich bisher in Zambia gesehen habe:

In Lusaka und auch in Monze ist die Landschaft sehr flach, weitläufig und eher wenig bewachsen (Savanne), abgesehen von Zuckerrohr-Plantagen und anderen Feldern. Die Bäume und Pflanzen sind fast ganz trocken (und haben dennoch teilweise prächtige Blüten an den Astenden), denn die Regenzeit ist schon seit ungefähr April zu Ende. Je mehr wir aber während der Anreise Richtung Süden (also Maamba), kamen wurde es irgendwie immer grüner und dicht bewachsen. Die letzten Kilometer der vielen Stunden Fahrt wurden dann noch extrem hügelig und damit meine ich nicht die Strasse an sich (die war ausnahmsweise geteert und in nahezu perfektem Zustand) sondern Berge! Bevor wir jedoch nach Maamba fuhren machten wir einen „Abstecher“ zum Lake Kariba. Traumhaft und auch die Erklärung für die grüne Umgebung. Die exotischsten Pflanzen und ein wundervoller Blick auf den riesigen See waren ein toller Erholungsplatz nach der langen Fahrt (und mit riesig meine ich riesig! Denn es ist der größte künstliche Stausee Afrikas und der drittgrößte auf der ganzen Welt, wie uns erzählt wurde.)

In meine Familie kam ich allerdings erst 2 Tage später, die ich beim Pfarrer, meinem Mentor und „work coordinator“vor Ort, verbracht habe. Die Zeit brauchte ich aber auch… Denn Maamba ist wirklich „hot“! In Monze und Lusaka war es eigentlich immer noch ganz angenehm gewesen, denn sobald die Sonne unterging wurde es echt so kalt, dass mancne Fleecejacke anziehen musste. Naja, wie gesagt, Maamba ist anders. Hier bin ich froh, dass das Wasser aus der Dusche ausschließlich kalt ist.

Meine Familie in der ich jetzt lebe, ist echt toll. Allmählich spielt sich der Alltag ein und ich bin froh die sambische Kultur aus erster Hand mitzuerleben. Meine Mum erzählt mir oft und gerne von den unterschiedlichsten traditionellen Festen und Speisen. Da gibt es zum Beispiel „cibwantu“, ein Getränk, welches aus geschrotetem Mais hergestellt wird, der dann auch darin schwimmt. Sieht komisch aus und war am Anfang irgendwie echt fremd, da Geruch, Farbe und Geschmack so gar nicht einzuordnen waren. Aber mit viel sambischem Rohrzucker schmeckt es mir mittlerweile richtig gut! Cibwantu wird eigentlich immer serviert, wenn Gäste kommen. Und die kommen! Im Hause Namailinga ist bisher noch kein Tag vergangen an dem nicht mindestens ein Gast spontan vorbeigekommen war.

Eine Woche nach meiner Ankunft in Maamba, durfte ich anfangen zu arbeiten: Die Preschool! Von 8h morgens bis ca. 12h. Das ist genau mein Ding. Die Kinder sind echt total süß und ich fühle mich total in meine Grundschulzeit versetzt „This is letter a. Write letter a.“ Am Anfang durfte ich Übungsblätter für Zahlen und Buchstaben malen. Bis mir die Lehrerin nach 3 Tagen sagte: „so die kleine Klasse unterrichtest jetzt du! Vollkommen unvorbereitet hab ich dann aber doch mit Freude den Kids die Zahlen von eins bis zehn aus der Nase gezogen, welche sie dann in ihr Heft schreiben sollten. Eigentlich war das noch viel zu schwer für sie…..Die jüngere Klasse besteht aus 3- bis 4-jährigen, manche sind auch erst 2. Und in der ältere Klasse sind sie 4 bis 6. Aber das ist alles etwas vermischt.

Neben  „Head and Schoulders, knees and toes , knees and toes…“ singen, darf ich gekrakelte As und 1sen korrigieren oder auch zerkaute Bleistifte spitzen. Und das mit größter Freude!

Im Krankenhaus bin ich auch 2 Tage die Woche auf der Entbindungsstation, was eine echte Abwechslung zur Preschool ist und wo ich ebenfalls einfache Arbeiten übernehme (wie Mullbinden falten), um die Schwestern und Hebammen etwas zu entlasten.

Bei der ein oder anderen Geburt war ich auch schon dabei und bin tief beeindruckt, wie nah doch Leben und Tod bei einander liegen, da nicht alle Babys überleben und auch die Mütter gesundheitliche Probleme haben oder von ihren Männern nicht unterstützt werden.

Nebenbei kann ich bei den Gesprächen mit den nicht englisch sprechenden Patientinnen mein Tonga ein wenig versuchen, denn um ehrlich zu sein, gestaltet sich sonst das üben etwas schwierig, wenn ich überall auf englisch angesprochen werde.

Am Wochenende steht die Jugend der Pfarre auf dem Programm, welche dann verschiedene Aktivitäten anbietet. Zum Beispiel letzte Woche ein Motivations- und Beratungstrainer für die Jugendlichen, die keine Ahnung haben, was sie mit ihrer Zukunft anfangen sollen. Oder ein Besuch in der Kohlemiene, die Maamba erst zu dem gemacht hat, das es ist. Eine verhaeltnismaessig große *hust* Stadt.

Gestartet wird, wenn dann alle statt um 14:30Uhr um 16Uhr eingetrudelt sind.

Ja, das Thema Zeit ist auch so ein Kapitel wert. Bestimmte Uhrzeiten scheinen eher Richtlinien zu sein oder eine Versicherung, dass man sich überhaupt trifft. Die Busse zum Beispiel, die in die nächst größere Stadt fahren. Einmal am Tag hin und wieder zurück wird erst dann los gefahren, wenn der Bus auch wirklich voll ist („um 11h“ also 13h). Und mit voll meine ich voll! Als ich das letzte mal in Choma ( 2 ½ bis 3 Std. entfernt) war, durfte ich mir die Rückbank mit 4 Erwachsenen, einem Baby, einem lebendigem Huhn und 7 Einkaufstüten teilen, wo sich in Deutschland vielleicht gerade mal 3 dünne Passagiere niedergelassen hätten. Aber das Abenteuer war es wert.

Junia

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